Spielberichte Rückrunde 2011/2012
15. Spieltag: VfR 19 Limburg - Eintracht Frankfurt 89:78 (44:37)
Hochkarätig
Leichte Gegner gibt es in der Regionalliga nicht mehr! Das war am Samstagabend wieder einmal in der Tilemannschule zu beobachten, wo sich der Tabellenzehnte Eintracht Frankfurt beim Team von Danny Stallbohm, dem Tabellendritten, präsentierte. Ein kurzer Blick auf die Mannschaftsaufstellung der Gäste zeigte, welch hochkarätige Besetzung U16-Bundestrainer Harald Stein aufgeboten hatte: Mit Benedikt Philipp Nicolay und Tim Oldenburg waren 2 Spieler aus dem Bundesliga-Kader der Fraport Skyliners dabei, dazu kamen weitere 5 Spieler aus dem Pro-B-Kader des gleichen Vereins - unter ihnen Jan Novak, der Sohn von Basketball-Legende Kamil Novak.
Doch anders als im Hinspiel im Frankfurter Nordwestzentrum war das kein Grund für die Spieler um Geburtstagskind Alex Nelcha, vor Ehrfurcht zu erstarren. Im Gegenteil, mit einem grandiosen Blitzstart spielten sie die Frankfurter schwindlig und legten innerhalb von 4 Minuten ein 10:2 vor, erhöhten bis zur 7. Minute auf 19:5 und beendeten mit dem zweiten Dreier von Florian Hennen das erste Viertel mit einem stolzen 28:13.
Dass das so nicht weitergehen würde, war schon klar - nicht aber, dass die Frankfurter auf einmal beginnen würden, das Spiel zu dominieren. Wie am Schnürchen liefen ihre Angriffe und viermal im zweiten Abschnitt konnte ein freistehender Dreipunkteschütze den Ball im Limburger Korb unterbringen. Mit nur noch 7 Punkten Vorsprung ging Limburg in die Pause, und auch danach blieben zunächst die Frankfurter tonangebend und konnten sogar in der 29. Minute nach einem 11:0-Lauf mit 57:54 in Führung gehen. In dieser Phase zeigt sich dann aber die Moral der Domstädter, die - aufgerüttelt durch eine taktische Auszeit ihres Trainers - das Tempo noch einmal steigerten und das Viertel wieder mit einem 5-Punkte-Vorsprung beendeten.
Im Schlussviertel ließen sie dann nichts mehr anbrennen, erhöhten schnell auf 10 und hatten in der Folge die nötigen Nerven, um die Freiwürfe nach taktischen Fouls der Frankfurter fast vollständig zu verwandeln, so dass am Ende mit dem sicheren Sieg der 19er ein wirklich schönes Geburtstagsgeschenk für ihren Mannschaftskapitän herauskam - das durch die unerwarteten Niederlagen des Spitzenreiters Kronberg gegen Saarbrücken und des Tabellenzweiten Gelnhausen in Bad Bergzabern sogar noch wertvoller wurde.
Limburg: Mactar Camara, Florin Dinca Sandru, Florian Hennen 26(2), Mickael Johannes, Kaan Kus, Nils Linz, Maximilian Mattil 2, Angel Alexander Nelcha 11, Justin Philip Stallbohm 21 (2), Philipp Martin Stöhr 14, Philip David Wennerstrom 25 (1)
Frankfurt: Gregory Aubrey 11, Johannes Becker 2, Jonas Issa 4, Max Christopher Merz 12 (1), Armin Musovic 8 (2), Benedikt Phillip Nicolay 17 (3), Jan Novak 12, Tim Oldenburg 7, Gil Sobol, Dominique Neal Uhl 2, Nikolaj Vukovic 3 (1)
14. Spieltag: VfL Bad Kreuznach - VfR 19 Limburg 101:102 (47:44)
Dramatik pur
... war das in den Schlusssekunden: 98:98 stand es 20 Sekunden vor Spielende, als Bad Kreuznachs Christopher Bua mit einem umstrittenen 3-Punkte-Spiel seine Mannschaft scheinbar entscheidend in Führung brachte. Gegenangriff Limburg, taktisches Foul von Tim Seimet an Butch Wennerstrom - der verwandelt gewohnt sicher seine beiden Freiwürfe: 101:100 bei 12 Sekunden Restspielzeit. Auszeit Bad Kreuznach - der folgende Einwurf kam nach Meinung der Schiedsrichter nicht rechtzeitig, Einwurf Limburg, Butch Wennerstrom tankt sich durch und verwandelt zum 101:102. Immer noch 5 Sekunden, aber die reichen Kapitän Stephan Beck nicht mehr für einen Korb. Jubel bei den Domstädtern über den glücklichen Sieg, verständliche Enttäuschung bei Bad Kreuznach.
Angefangen hatte das Spiel trotz des staubedingten Anreisestresses mit Vorteilen für das Team von Danny Stallbohm. Mit 21:17 lag man nach den ersten 10 Minuten vorn - erwähnenswert dabei Daniel Gomez Dreier zum 6:4. Doch in den folgenden Minuten konnte man das Anfangstempo nicht durchhalten und lag zur Halbzeit wieder mit 3 Punkten hinten. Machte sich da schon der Trainingsrückstand bemerkbar, den der VfR 19 aufgrund der Hallenschließung in den Weihnachtsferien hatte?
Insgesamt besser wurde das Spiel dann nach der Pause, als insbesondere dann auch Florian Hennen, Butch Wennerstrom und Justin Stallbohm sich in die Dreierschützenliste eintragen konnten. Doch weil Bad Kreuznach immer wieder - vor allem durch Kapitän Stephan Beck - konterte, blieb das Spiel auch vom Ergebnis her ausgeglichen. Die letzten 10 Minuten spiegelten dann zunächst noch einmal den Verlauf der ersten drei Viertel: Nach gut drei Minuten lag Limburg mit 5 Punkten vorn, nach 7 Minuten mit 4 Punkten zurück und 20 Sekunden vor Schluss wieder gleichauf.
Damit haben die Spieler um Alex Nelcha, der die gewohnt souveräne Leistung brachte, ihren dritten Tabellenplatz halten können - und weil im Spitzenspiel der BC Gelnhausen den Tabellenführer MTV Kronberg besiegen konnte, den Abstand zu den beiden führenden Mannschaften auf 6 bzw. 4 Punkte verringert.
Limburg: Mactar Camara, Daniel Gomez Alvarez 8 (1), Florian Hennen 26 (4), Mickael Johannes, Nils Linz, Maximilian Mattil 8, Angel Alexander Nelcha 20, Justin Philip Stallbohm 4 (1), Philipp Martin Stöhr 5, Philip David Wennerstrom 31 (1)
Kreuznach: Martin Beck, Stephan Beck 30 (2), Christopher Bua 25 (1), Raphael Jänicke 10, Patrick Krumbiegel 11 (1), Timo Linzmaier, Clemens Martin Merk 4, Nicolas Rodenbusch, Tim Seimet 9 (2), Ralf Streiter, Heiner Thauern 12 
13. Spieltag: TV Kirchheimbolanden - VfR 19 Limburg 92:113 (47:44)
Gar nicht so einfach
Es war das erwartet schwere Spiel: Schwer deshalb, weil zum einen Kirchheimbolanden als Tabellenschlusslicht nichts zu verlieren hatte und ohne jeden Druck aufspielen konnte und zum anderen Limburg als erklärter Favorit die Last des "Siegen-Müssens" mit sich herumtrug. Das sollte sich vor allem in der ersten Spielhälfte zeigen, in der die Gastgeber fast jeden Wurf, den sie ansetzten, auch trafen und damit die Domstädter "auf dem falschen Fuß erwischten". Mit ständig wechselnden Führungen war es ein offener Schlagabtausch, bei dem Kirchheimbolanden durch einen 7:0-Lauf in den letzten drei Minuten vor der Halbzeit eine 3-Punkte-Führung herausspielen konnte.
Im dritten Viertel allerdings kam das Team von Danny Stallbohm mit neuer Energie und in gewohnter Stärke auf das Spielfeld zurück. Der jetzt praktizierten Ganzfeldpresse hatte Kirchheimbolanden nichts entgegenzusetzen - und weil jetzt auch der Limburger Angriff auf Touren gekommen war, ging das dritte Viertel mit 37:19 an die Gäste. Nichts mehr anbrennen ließen es Butch Wennerstrom und Co. in den letzten 10 Minuten - er selbst markierte mit einem krachenden Dreier drei Minuten vor Spielende den 100-sten Punkt.
Auch ohne Florian Hennen und Alex Nelcha hat damit der VfR 19 eine hervorragende Mannschaftsleistung abgeliefert - jeder der mitgereisten Spieler kam zum Einsatz und 5 Spieler erzielten mehr als 10 Punkte. Besonders der junge Nachwuchsspieler Nils Linz hatte mit seinen ersten Regionalliga-Punkten (Zweier mit anschließendem Bonus-Freiwurf) einen eindrucksvollen Einstand.
Damit bleibt das Team von Danny Stallbohm zum Ende des Jahres auf dem dritten Tabellenplatz - hinter Kronberg und Gelnhausen und dicht gefolgt vom Mitaufsteiger ACT Kassel.
Limburg: Tamas Vilmos Bator 3 (1), Florin Sebastian Dinca Sandru, Daniel Gomez Alvarez 13 (1), Mickael Johannes 3 (1), Nils Linz 3, Maximilian Mattil 17, Justin Philip Stallbohm 16 (4), Philipp Martin Stöhr 19 (1), Philip David Wennerstrom 39 (3)
Kirchheimbolanden: Aleksandar Kreclovic, Florian Ludwig 13 (3), Markus Mildner 3, Waldemar Nap 10, Danté Jamal Neumann 3 (1), Jure Puljas 9, Max Schmid 4, Miro Sovic 8 (2), Thomas Wagner 14 (1), Nicolas Daniel Wolff 19, Aleksander Zutic 9
12. Spieltag: VfR 19 Limburg - TV Bad Bergzabern 100:90 (79:79, 41:30)
Das Spiel von Tamas Bator
Wenn wie in der NBA auch in der Regionalliga nach jedem Spiel ein "Most Valuable Player" gewählt würde, wäre das an diesem Samstag in der Tilemann-Sporthalle ohne Zweifel Limburgs Tamas Bator geworden: Bis zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte er, der in dieser Saison eigentlich nur für die 2. Mannschaft auflaufen wollte, geduldig auf der Bank gesessen - dann wurde er von Coach Danny Stallbohm ins Spiel geschickt, schnappte sich den Ball und setzte einen passgerechten Dreier in den Bergzaberner Korb. Ausgleich zum 77:77. Und im nächsten Angriff schob er zwei weitere Punkte für Limburg nach, die die Gäste gerade eben noch vor dem Pfiff ausgleichen konnten. Verlängerung! Und auch in den zusätzlichen 5 Minuten erhöhte er mit einem Dreier die Limburger Führung auf 8 Punkte und schockte damit die Bergzaberner so, dass sie in der Folge die Angriffe der Domstädter nur noch mit - taktischen - Fouls stoppen konnten. Und weil dann aber Florian Hennen und "Butch" Wennerstrom eine fehlerfreie Freiwurfquote von 10/10 hinlegten, kam der Limburger Sieg nicht mehr in Gefahr.
Dabei hatte es das Spiel auch schon vor der Schlussphase wirklich in sich gehabt. Die ersten beiden Viertel hatte Limburg etwas verschlafen, so dass Bad Bergzabern ohne große Mühe zur Halbzeit eine 11-Punkte-Führung herausspielen konnte. Und auch direkt nach der Pause zeigte zunächst die eindringliche Halbzeitansprache von Danny Stallbohm keine Wirkung: Nach weiteren 5 Minuten hatten die Gäste ihre Führung auf 18 Punkte ausgebaut. Das war dann der Moment, in dem die Limburger - angeführt von Daniel Gomez, der den gesperrten Alex Nelcha hervorragend vertrat - alles auf eine Karte setzten, mit einer Pressing-Defense die Südpfälzer in Schwierigkeiten brachten und bis zum Ende des dritten Viertels den Rückstand wieder bis auf fünf Punkte verkürzten. Der Showdown im Schlussviertel schien sich schon bald zu Gunsten des VfR 19 zu entscheiden: Nach einem 12:0-Lauf in den ersten 3 Minuten sah alles nach einem sicheren Limburger Sieg aus. Aber noch einmal konnte Bergzaberns Trainer Dugandzic seine Spieler zu einer Leistungssteigerung motivieren, die sie bis zur 8. Minute wieder in eine 3-Punkte-Führungs umgesetzt hatten. Und genau das war dann die Einstiegssituation von Tamas Bator.
Mit dem mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung heraus gespielten Sieg hat Limburg den "Einbruch" im Spiel gegen Kronberg überwunden und gezeigt, dass man auch weiterhin gegen die Spitzenteams der Regionalliga bestehen kann.
Limburg: Tamas Vilmos Bator 8 (2), Mactar Camara, Florin Sebastian Dinca Sandru, Daniel Gomez Alvarez 17, Florian Hennen 19, Mickael Johannes, Nils Linz, Maximilian Mattil 2, Justin Philip Stallbohm 4, Philipp Martin Stöhr 9, Philip David Wennerstrom 38 (4)
Bad Bergzabern: Philipp Behrendt 8, Eric Curth 28 (2), Tassilo Dettmer 15, Tim Hartmann 6, Michael Rodrian 10 (2), Aaron Schmitz 18 (4), Genc Sefaja 5 (1)
...letzte Aktualisierung vom 29.01.2012 ...
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